Geordie Beamishs Weg zum Sieg bei den Weltmeisterschaften in Tokio verlief alles andere als glatt. Im Vorlauf über 3000 m Hindernis stürzte der 28-Jährige und bekam zudem einen Spike eines anderen Läufers ins Gesicht. Anstatt aufzugeben, stand er auf, sammelte sich und kämpfte sich auf Rang zwei zurück, der fürs Finale reichte. Diese Entschlossenheit sollte sich später als entscheidend erweisen.
El Bakkali schien alles im Griff zu haben
Im Endlauf war das Tempo in den ersten Runden verhalten. Soufiane El Bakkali aus Marokko, Olympiasieger und zweifacher Weltmeister, setzte zwei Runden vor Schluss zum Angriff an. Bekannt für seine Stärke auf den letzten Metern, lag er scheinbar souverän auf Goldkurs, während sich das Feld hinter ihm aufreihte.
Die letzte Hürde entschied das Rennen
100 Meter vor dem Ziel nahm das Rennen eine überraschende Wendung. El Bakkali touchierte die letzte Hürde und verlor im denkbar ungünstigsten Moment an Geschwindigkeit. Beamish, der seine Kräfte eingeteilt hatte, zündete seinen typischen Endspurt. Auf der Zielgeraden zog er an El Bakkali vorbei. Das Finish war atemberaubend: Beamish siegte in 8:33,88, El Bakkali folgte in 8:33,95.
Serem setzt ein Ausrufezeichen
Auch der erst 17-jährige Edmund Serem aus Kenia hinterließ Eindruck. Mit einer Reife, die weit über sein Alter hinausgeht, blieb er dicht an den Spitzenläufern und holte Bronze in 8:34,56. Seine Leistung bestätigt einmal mehr Kenias Fähigkeit, junge Talente hervorzubringen, die mit der Weltelite mithalten können.
Ein historischer Moment für Neuseeland
Für Neuseeland hat dieser Sieg besondere Bedeutung. Beamish bescherte dem Land die erste Goldmedaille überhaupt auf der Bahn bei einer Leichtathletik-WM. Als bereits gekrönter Hallenweltmeister über 1500 m bezeichnete er den Erfolg als „unreal“ und erinnerte daran, wie knapp er nur wenige Tage zuvor vor dem Aus stand. Sein Triumph unterstreicht sowohl seine Entschlossenheit als Athlet als auch den Durchbruch Neuseelands auf der internationalen Leichtathletikbühne.