Elterndruck im Jugendsport kann schädliche Folgen haben

Elterndruck im Jugendsport kann schädliche Folgen haben

Fachleute weisen auf die zunehmende Intensität der elterlichen Beteiligung im Jugendsport hin und warnen davor, dass übermäßiger Druck die Erfahrungen und das Wohlbefinden von Kindern negativ beeinflussen kann.

Elterliche Unterstützung ist zwar grundsätzlich positiv, doch ein zu starker Fokus auf Leistung und Erfolg kann für junge Sportler:innen unbeabsichtigte Folgen haben.
Dieses Phänomen zeigt sich in verschiedenen Jugendsportarten, und Trainer:innen berichten von einer Zunahme elterlicher Unruhe während der Spiele.

Justin Ocwieja, Leiter der Jugendentwicklung beim Nationals Genesee Soccer Program in Michigan, USA, sagt, dass die Beteiligung der Eltern weiterhin wichtig bleibt, manche Eltern jedoch über das Ziel hinausschießen, wenn es darum geht, wie sie die Teilnahme ihrer Kinder begleiten.

Finanzielle und leistungsbezogene Erwartungen

Der gestiegene Druck hängt oft mit den steigenden Studiengebühren zusammen, wodurch die Abhängigkeit von Sportstipendien wächst, aber auch mit den wachsenden Kosten für die Teilnahme am Jugendsport.

So wird eine eigentlich förderliche Aktivität für viele junge Sportler:innen schnell zur Belastung, was zu Rückzug und Desinteresse führen kann. Dieser Stress wirkt sich zudem auf schulische Leistungen und das Selbstwertgefühl aus.
Studien zeigen, dass viele junge Sportler:innen spätestens ab der Mittelstufe den organisierten Sport verlassen – oft, weil der Spaß verloren geht.

Ein Bericht aus dem Jahr 2023 ergab, dass 91 % der Highschool-Athlet:innen irgendeine Form von Stress im Zusammenhang mit ihrem Sport erleben, mehr als die Hälfte beschreibt ihn als mittel bis extrem.
Zudem ereignen sich jährlich fast 3 Millionen sportbedingte Verletzungen bei Jugendlichen, ein großer Teil spielt trotzdem weiter, obwohl Verletzungen vorliegen.

Auswirkungen auf Teilnahme und Wohlbefinden

Expert:innen raten, dass elterlicher Druck abnehmen kann, wenn Eltern den Trainer:innen das sportliche Coaching überlassen und ihre Kinder unabhängig vom Ergebnis unterstützen.
Offene Gespräche über die Gefühle der Jugendlichen und das Zurückschrauben eigener Erwartungen sind entscheidend.

Fachleute für Kindesentwicklung empfehlen Eltern, kontinuierlich mit ihren Kindern im Austausch zu bleiben, über deren Wohlbefinden zu sprechen und emotionale Unterstützung zu bieten – und das auf eine andere Weise, als es Trainer:innen tun.
Am Ende sollte das zentrale Ziel des Jugendsports Spaß und eine gesunde Entwicklung bleiben – und nicht der ständige Drang nach Perfektion.