Irland beantragt Genehmigung für Nationenwechsel von Sprinter Benjamin Richardson

Benjamin Richardson (sprinter) - Athletes Sud Africains Championnats d' Afrique d'athlétisme 2024 Douala 20 - Digital concept art for illustrative purpose, tags: irland - Monok

Athletics Ireland hat das Nationality Review Panel von World Athletics gebeten, über die Startberechtigung des 21-jährigen Sprinters Benjamin Richardson zu entscheiden, der in Irland geboren wurde und in Südafrika aufwuchs. Der Antrag, der im Oktober 2025 eingereicht wurde, soll Richardson erlauben, für Irland anzutreten, sobald der Weltverband seinen Status bestätigt.

Richardson besitzt die Staatsangehörigkeit beider Länder und trat zuletzt bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris für Südafrika an. Nach den aktuellen Regeln müssen Athlet*innen, die den Verband wechseln, in der Regel drei Jahre seit ihrem letzten Einsatz für das frühere Land warten; die Frist kann jedoch mit Zustimmung beider Verbände und Genehmigung des Panels verkürzt werden.

So läuft das Verfahren zur Startberechtigung

Sobald ein Verband den Antrag stellt, prüft das Nationality Review Panel die Bindungen des Athleten und die Einhaltung der Transferregeln, einschließlich etwaiger Wartezeiten. Liegt das Einverständnis beider Verbände vor, kann das Panel diese Frist verkürzen.

Nach dem regulären Zeitplan wäre Richardson im September 2027 startberechtigt – zeitgleich mit den Weltmeisterschaften in Peking vom 11. bis 19. September; andernfalls bleibt er bis zum Ablauf der Frist für Südafrika startberechtigt.

Rekorde und Leistungsmarken auf dem Spiel

Richardsons persönliche Bestzeiten liegen bei 9,86 Sekunden über 100 Meter und 19,99 Sekunden über 200 Meter, erzielt 2024 bei Meetings in der Schweiz. Eine spätere Zeit von 19,79 Sekunden im Jahr 2025 war windunterstützt und zählt nicht als Rekord. Seine regulären Bestmarken wären schneller als die aktuellen irischen Männerrekorde: 10,08 Sekunden über 100 Meter (Israel Olatunde, 30. August 2025) und 20,30 Sekunden über 200 Meter (Paul Hession, 2007).

Künftige Zeiten würden erst dann als irische Rekorde gelten, wenn der Transfer bewilligt ist und Richardson für Irland startet. Die Entscheidung hätte zudem Einfluss auf die Staffelauswahl, insbesondere auf den 4×100-Meter-Pool mit Olatunde und weiteren Sprintern.

Für Irland würde eine Startberechtigung einen medaillenfähigen Athleten in den Einzelsprints bringen und die Staffeloptionen vor Peking 2027 und den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles erweitern. Richardson erreichte bei den Spielen von Paris das Halbfinale über 100 Meter und zog sich wegen einer Oberschenkelverletzung aus dem 200-Meter-Lauf zurück – ein Hinweis auf großes Potenzial, aber auch auf aktuellen Betreuungsbedarf.

Für Südafrika würde ein erfolgreicher Wechsel bedeuten, dass einer seiner vielversprechendsten Nachwuchssprinter nicht mehr zur nationalen Auswahl gehört.