Deutschland reiste zu den European Athletics Team Championships 2025, die vom 27. bis 29. Juni in Madrid stattfanden, mit dem Ziel, den sechsten Mannschaftstitel zu holen. Nach den bisherigen Siegen in Leiria (2009), Stockholm (2011), Gateshead (2013), Braunschweig (2014) und Lille (2017) ging das Team mit großer Tradition, nationalem Stolz und hohen Erwartungen in den Wettbewerb.
Rom 2024 zeigte Verbesserungsbedarf
Beim letzten Auftritt bei den European Athletics Championships 2024 in Rom hatte die Mannschaft Federn lassen müssen. Deutschland landete nur auf Rang zwölf des Medaillenspiegels und nahm eine Gold-, drei Silber- und sieben Bronzemedaillen mit. Weitspringerin Malaika Mihambo holte das einzige Gold, viele andere Athlet:innen verpassten hingegen das Podium. Das Ergebnis wirkte wie ein Weckruf für das nationale Programm.
Starke Frühform in der Saison 2025
Im Vorfeld von Madrid setzten mehrere Athlet:innen positive Ausrufezeichen. Mihambo bestätigte ihre Topform und kam mit dem 7,22-Meter-Sprung von Rom, einem der besten ihrer Karriere. Speerwerfer Julian Weber blieb eine feste Größe, aufstrebende Sprinter:innen und Hürdenläufer:innen machten Fortschritte, und die deutschen Staffeln wirkten deutlich eingespielter als im Vorjahr.
Frühere Triumphe als Maßstab
Die historischen Leistungen des DLV setzen weiterhin die Messlatte. In Leiria 2009 schleuderte Christina Obergföll den Speer auf 68,59 Meter – Jahresweltbestleistung. Mihambos 6,90-Meter-Satz in Braunschweig 2014 zeigte früh ihr Potenzial. Die 4×100-Meter-Frauenstaffel lief 2017 in Lille 42,47 Sekunden, eine Zeit, die noch immer zu den schnellsten zählt. In Chorzów 2021 ragte Johannes Vetters 96,29-Meter-Wurf heraus – einer der stärksten der Team-EM-Historie.
Platz drei in Madrid besiegelt
Am Ende der Titelkämpfe belegte Deutschland hinter Italien und Polen den dritten Gesamtrang. Zwar blieb der sechste Mannschaftstitel aus, doch das Resultat bedeutete im Vergleich zum Vorjahr einen Schritt nach vorn. Die Mischung aus Routiniers und neuem Talent bildet eine solide Basis für künftigen Erfolg. Mit Blick auf Paris 2026 reist das Team mit frischem Selbstvertrauen und einem klareren Fahrplan ab.