Am 28.07. war es endlich soweit der Tag an dem unser Langdistanz Debüt stattfinden sollte. Im Vorfeld erhielten wir schon viele gute Tipps und aufmunternde Worte von Andreas D., so dass wir uns zumindest mental gut vorbereitet fühlten.

Gemeinsam machten wir uns gegen 4:30 morgens auf den Weg in unser Abenteuer, nicht ahnend was uns erwarten sollte.

Sonja:

Mein Tag stand wohl unter dem Motto „Pleiten, Pech und Pannen“, noch nie in meinem Leben ist mir eine Schwimmbrille gerissen, noch nie hatte ich einen Platten im Wettkampf. All das habe ich jetzt auch hinter mir. 10 min vor dem Start bricht die Schwimmbrille in 2 Teile, panisch und voller Angst, dass das Rennen schon vor dem Start vorbei ist, renne ich aus dem Schwimmstart in die Menschenmenge auf der Suche nach einer Ersatzbrille. Erster toller menschlicher Moment des Tages, eine mir völlig unbekannte Frau bietet mir eine an, noch dazu versucht sie mich zu beruhigen. 5 Minuten vor Startschluss stand ich dann tatsächlich mit Schwimmbrille wieder am Schwimmstart, natürlich habe ich Andreas nicht wiedergefunden, vorsichtig in die Menge gerufen und hey da war er ja. Also konnten wir doch gemeinsam ins Wasser. Nun wird alles gut.

Schwimmen lief dann super, Wechsel und die erste Radrunde auch, ich bin diese bewusst etwas ruhiger gefahren, um nicht am Anfang schon zu überpacen und fühlte mich richtig gut, das war Spaß pur. Aber bei KM 97 in der Hafencity gab es auf einmal einen Knall und mein Hinterreifen war platt. Noch keine Panik, Reifenwechsel hatte ich mit Andreas zig fach geübt, ich kann es eigentlich. Aber am Sonntag irgendwie nicht, ich habe den Mantel partout nicht von der Felge bekommen, gefühlt eine Ewigkeit versucht, in der prallen Sonne gestanden und geflucht. Immer wieder neu versucht – keine Chance. Es kam mir vor wie eine Ewigkeit, tatsächlich habe ich dort 37 min gestanden. Hätte heulen können, ich wollte das Ding zu Ende bringen. Und dann der 2. tolle Moment des Tages, ein Teilnehmer, Marc mit der Startnummer 2240 fuhr vorbei, man sah wie er kurz stockte, dann aber hielt und fragte ob er helfen könne. Einfach genial, der unterbricht sein Rennen um mir zu helfen. Mantel hat er mir gelöst, den Rest konnte ich dann wieder selber machen. Aber ich war so nervös und habe wohl die Hälfte der Kartusche verballert. Auf jeden Fall hatte ich hinten nicht mehr genug Druck drauf, ich konnte die Km/h der ersten Runde nicht mal mehr ansatzweise fahren, keine Ahnung ob das am Luftdruck oder doch der Erschöpfung gelegen hat, ich fühlte mich eigentlich immer noch gut. Etwas später habe ich Marc dann auf der Radstrecke wieder getroffen, ihm ging es gar nicht gut und es tat mir total leid, ich hatte auch ein schlechtes Gewissen einfach vorbei zu düsen. Aber hilft ja nix…und so erreichte ich dann nach 6:14 netto Fahrtzeit tatsächlich wieder die Wechselzone, bei den gefahrenen 186 km ein Schnitt von 29,8 km/h – für mich eine geile Zeit. Wurmt mich trotzdem etwas 30 km/h wären hübscher gewesen.

Der Marathon bei 30 Grad war dann wirklich hart, aber ich wusste mir konnte technisch nichts mehr passieren. Ich hatte meiner Familie versprochen vorsichtig zu sein und wollte auch unbedingt ankommen, daher bin ich konsequent an jeder Verpflegungsstelle gegangen, habe mich mit Eiswürfeln und Wasser gekühlt. Verpflegung konnte ich nicht mehr zu mir nehmen, da mein Magen mittlerweile wirklich rebelliert hatte. Andreas sah ich ein paar Mal an den Wendepunktstrecken, in der VP am Gänsemarkt war ich dann auf einmal neben ihm, wir konnten kurz reden, mir tat es gut zu wissen, es geht ihm gut und er wird das Ding zu richtig gut zu Ende bringen. Trotzdem war es mental hart zu wissen, dass er es gleich geschafft hat, während ich noch zwei Runden vor mit hatte. Aber irgendwann waren auch die vorbei und ich konnte glücklich und mit einem Lächeln die Ziellinie am Rathausmarkt überqueren.

Vom LAV hat Sigurd am Streckenrand gestanden und fleißig angefeuert, mein Jaulen ignoriert, deine Worte haben sehr gut getan – Danke dafür.

Es war ein unglaubliches Erlebnis, nicht nur der Sport, sondern vielmehr noch diese menschlichen Momente die Zeiten fast nebensächlich werden lassen.

 

Andreas:

Meine Aufregung hielt sich in Grenzen, ein leichtes Kribbeln, aber eigentlich wirklich mehr Vorfreude. Morgens in der Wechselzone, Gänsehaut Feeling und ich konnte den Start kaum erwarten.

Als dann eine Stunde vor Start die Info kam das Neo erlaubt ist, ging ein Jubel durch die Menge. 24,1 Grad hatte die Alster.

Schwimmen lief dann richtig gut, durch den Rolling Start war immer genug Platz und ich konnte genau meine Ideallinie schwimmen und kam ohne irgendwelche Hauereien aus dem Wasser. Am Schwimmausstieg reines Gänsehautfeeling, die Zuschauer trugen mich bis zur Wechselzone.

Der Wechsel zum Rad lief gut und nun begann der Spaß, die Strecke war teilweise sehr schlecht, Kopfsteinpflaster, Bahnschienen, Schlaglöcher - ich wurde gut durchgeschüttelt, ständig musste ich prüfen, ob ich wie viele andere etwas verloren hatte, aber es ging gut. Radfahren lief super. Nach 186 km erreichte ich dann zufrieden die Wechselzone

Als ich vom Rad stieg merkte ich das Laufen geht gar nicht, doch nachdem das Rad am Ständer hing merkte dass es doch ging. Nach dem Wechsel in die Laufschuhe sagte ein Helfer „Genieße den Moment“ und ich habe den Moment genossen als ich aus dem Zelt lief und von allen bejubelt wurde. Da hörte ich aus der Menschenmasse eine bekannte Stimme sah rüber und sah Sigurd, der mich anfeuerte. Es war schön ein bekanntes Gesicht zu sehen. Die ersten 2,5 Runden liefen super, aber der Mann mit dem bekannten Hammer kam doch, ab KM 28 fiel es deutlich schwerer. Dann die 4. und letzte Runde, die war wirklich hart, aber ich dachte trotzdem nie ans Aufgeben, so kam ich mit Gänsehaut und Tränen in den Augen in den Zielkanal rein, es war ein unbeschreiblich schönes Gefühl. Ich war sehr glücklich es geschafft zu haben.

Es war ein toller Tag und ein super Gefühl unseren ersten Ironman gemeinsam erleben zu dürfen.

  Die Einzelleistungen sind hier aufgeführt.

 

 
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Ironman Hamburg


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