Are you tough enough?

Ist die Frage des Veranstalters, wenn man sich für diesen Wettbewerb anmeldet.

100  x 100 m schwimmen oder multipliziert 10 km.

100 x los schwimmen, um jeweils 100 m zu bewältigen, wobei man sich aussuchen kann, ob man sich alle 2,15 Minuten wieder auf den Weg macht oder etwas knackiger alle 2 Minuten.

Als dieses Event jetzt in Lübeck angeboten wurde, habe ich mich nach einigem Zögern doch angemeldet. Mein Bekannter, Heino Andresen, der im TSV Husum schwimmt, schloss sich meinem Vorhaben an.

Die Trainingsleistungen in den Wochen davor waren durchschnittlich 5 km bis 5 km auf 10 km bis 12 km hoch geschraubt, ging es dann am 15.12.2018 nach Lübeck.

Ein großes 50 m Becken mit 8 Bahnen. 5 Bahnen für die 2,15 Minuten Abgänge und 3 für die, die den 2 Minuten Rhythmus gewählt hatten sowie Heino und ich.

7 bis 8 Leute auf jeder Bahn und 18.25 Uhr fiel dann der Startschuss. 3:25 Stunden lagen vor uns.

Im Training hatte ich mir einen Rhythmus zwischen 1,33 und 1,38 Minute je 100 m "angewöhnt".

Auf unserer Bahn waren jedoch drei ziemliche "Heißdüsen", denen man versuchte - viel zu schnell - hinterher zu schwimmen, was sich dann hinten raus doch etwas bemerkt gemacht hat.

Nach 18 Durchgängen folgte die erste Pause. 5 Minuten. Aus dem Becken raus, schnellen Schrittes zur Toilette, Gel, Getränk und ein Stück Banane und zurück ins Wasser.

27 weitere Durchgänge standen an. Dann folgte die zweite Pause bei 45 bzw. 4.500 absolvierten Metern.

5 Minuten können so schnell vorbeigehen!

Aber zu diesem Zeitpunkt war noch alles im grünen Bereich, obwohl sich die Zeit jetzt zwischen 1,40 und 1,43 Minuten pro 100 m einpendelte.

Dass man alsbald den 50. Durchgang und damit die Hälfte absolviert hatte, brachte einen mental nicht wirklich vorwärts.

Immer öfter ging der Blick zur Uhr und die darauf angezeigten Anzahl der Durchgänge. Wann war die nächste Pause? Nach dem 72. Durchgang. Ok, noch einmal den "Tank" so gut es geht füllen. Schließlich galt es noch 2.800 m zu bewältigen. Die hatten es dann auch in sich. Wenn ich jemals Technik besessen habe, was viele bestreiten, hatte ich sie auf diesem Abschnitt jedenfalls nicht mehr. Nur noch die Arme ins Wasser hauen und mit letzter Kraft versuchen, durchzuziehen. Bei jeder Wende zudem aufpassen, dass man sich keinen Krampf holt. Inzwischen war der Startblock gefüllt mit Bananenstücken. Eins fiel in den Ablauf, egal, raus gefischt und rein damit. Inzwischen tendierte die Zeit pro 100er Richtung 1,50 Minuten. 3 x tief durchatmen und dann wieder los.

Beim 89. Durchgang ging dann das Licht in der Halle aus und am Rand wurden langsam die Wunderkerzen angezündet.

Dann der 100. Anschlag, "all in time". Jubel und Freude, aber auch totale Erschöpfung. Inzwischen war es 22.00 Uhr geworden. Jeder Finisher erhielt dann eine Teilnehmerurkunde mit dem Hinweis darauf, dass er jetzt in den Club der "100 x 100 Schwimmer" aufgenommen sei.

Glücklicherweise war Heino noch so fit, um uns nach Nordfriesland zurückzubringen und wir beide konnten dann im Auto die Frage: "Are we tough enough" laut mit "Yes" beantworten.

 

100 x 100m