Aloha liebe Leser,

der Ironman Hamburg am 29.7.2018 sollte eigentlich mein zweiter Ironman in meiner zweiten Heimat Hamburg werden, wurde aber ein Ironman Duathlon – das Schwimmen wurde aufgrund von Blaualgen in der Alster kurzfristig am Freitag abgesagt.

Obwohl ich kein guter Schwimmer bin (wie Sigurd immer sagt ;-)) war ich enttäuscht, denn die dargebotene  Alternative von 6 km Laufen, 180 km Rad und dann dem Ironman üblichen Marathon hörte sich nicht wirklich attraktiver an. Mit der langen Wechselzone in Hamburg kommt man dann auf ca. 50 km laufen gesamt so war meine Hochrechnung, die mich erschrecken lies.

Aber: Es ist für alle gleich!

Also verarbeiten und darauf einstellen. Ich hörte aber eigentlich von keinem dass er es gut fand, obwohl sonst viele über das Schwimmen schimpfen („Angstdisziplin“).

Die Tage vor dem Rennen waren bekanntlich super heiß, ich befürchtete Hawaii Bedingungen in Hamburg. Am Tag vor dem Rennen kam dann um 16 Uhr der große Regen und Sturmböen, es kühlte glücklicherweise etwa ab. Ich checkte mein Bike erst ein als es trocken war, also kurz vor Toresschluss um 18:30 Uhr. Hier sah ich viele liebevoll eingepackte Räder, Aero-Lenker, Ketten, Schuhe etc. Die nicht benötigte Badekappe wurden verwendet um die Rennverpflegung über Nacht trocken zu halten. Skurril aber schön! Es zeigt wir sorgsam jede/jeder Starter den langen Tag vorbereitet.

Der Start wurde auf erträgliche 07:10 Uhr verlegt, so dass man nicht in aller Herrgottsfrühe über den Ballindamm taumeln musste. Zudem fiel das Neo Anziehen, Einschwimmen etc weg. Stattdessen galt es sich einzusortieren für den ersten Lauf, die 6 km. Dort traf ich Miguel vom LAV, Hini samt Lena und Arbeitskollegen. Das ist immer toll in Hamburg, man ist nie allein! Dazu später mehr…..

Der rolling run start zog sich für mich sehr in die Länge obwohl ich mich schon in der schnellsten Gruppe angestellt hatte. Hier ist Optimierungspotential oder früheres Anstellen angesagt. Die Kilometer flogen so dahin, nach knapp 26 Minuten erreichte ich mein Rad, angefeuert von Nicole, Lena, Hini und mittlerweile auch Festus samt Freunden. Klasse!

Per Rad ging es Richtung Deich in Vierlanden, sehr vergleichbar zu einer Nordstrandrunde. Zu Anfang war kein Wind, es ging schnell voran. Der Weg aus der City war von üblem Kopfsteinpflaster geprägt, hier verloren zahlreiche Athleten Verpflegung, Trinkflaschen und ich meine Pumpe was ich aber erst im Ziel merkte. Auch von zahlreichen Garmins wurde berichtet ….. Zur Hälfte der Radstrecke ging es durch den Hot Spot zwischen Binnen- und Aussenader Alster mit 40 km/h über die Kennedy Brücke zum Fernsehturm und Retour – ein geiles Gefühl von den Massen angefeuert zu werden. Erkennen konnte ich jedoch kaum jemanden. Auf der zweiten Runde kam eine leichte Brise auf die das Tempo etwas drosselte, dennoch erreichte ich mit gut 4:40 einen hervorragenden Radsplit für die 178 kmEuphorie stieg auf doch dann kam der Gedanke „jetzt noch den Marathon“. Ach Du Sch…! Das denke ich jedes Mal und jedes Mal geht es dann irgendwie los. So auch dieses mal. Die ersten 20 km spulte ich im 4:45 er Tempo ab und war hoch zufrieden. Dann kamen jedoch viele kleine Männer mit vielen kleinen Hammern. Nach und nach wurde es zäh, bei km 25 so richtig. Ich ging. Übel, das auf meiner Hausstrecke. Ich aß zwei statt einem Gel und bekam prompt Seitenstiche. Aber: man ist nie allein! Durch die Anfeuerung und Positionsansage von Nicole und Hini kämpfte ich mich weiter voran und biss mich so richtig in den Ironman rein. Das Schöne ist ja, es wird schlimm, so richtig schlimm aber irgendwann auch nicht mehr schlimmer. Eine 1:51 für die zweite Marathon Hälfte waren das Ergebnis und nach 8:45 lief ich mega happy ins Ziel am Rathausmarkt. You are an Ironman! Yepp! Hier war es toll organsiert das alles so offen war und ich sofort Nicole sehen und in die Arme schließen konnte. Gerade diese Momente zu teilen ist besonders schön. Am Ende wurde es Platz 10 in der M45. Zwischenzeitlich war ich nach Aussage meiner Spotter mal 7. Schade. Natürlich schielte ich auch wieder auf die Kona Slots, am nächsten Tag zerplatzte der Traum jedoch als der AK sechste den letzten Platz nahm. Mein Rennen war gut, aber andere waren an dem Tag besser. Das der Abstand 6 Minuten betrug machte mir die Sache leichter.

In Summe war es wieder ein schönes Event, wenn auch durch den Duathlon mal ganz anders. Das man Höhen und Tiefen hat wusste ich, erlebe es aber jedes Mal aufs Neue und bei diesem Duathlon gerade beim Laufen besonders intensiv.

In diesem Sinne, finish with a smile, Andreas